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Sie sind hier: Fachliteratur » Studienbesprechungen 03. Dezember 2022
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Bristol Helicobacter Projekt

Die Wirkung von H. pylori und dessen Eradikation auf die gastroösophageale Refluxkrankheit.

Titel

Randomised controlled trial of effects of Helicobacter pylori infection and its eradication on heartburn and gastro-oesophageal reflux: Bristol helicobacter project

 

Autoren

Harvey RF, Lane JA, Murray LJ, Harvey IM, Donovan JL, Nair P

 

Quelle

BMJ 2004;328:1417-1419

 

Abstract

 

 

Fragestellung 

Refluxrisiko nach Helicobacterbehandlung.

 

Hintergrund

Eine Helicobacterinfektion verursacht eine chronische Gastritis mit vermehrter Säuresekretion und einem erhöhten Risiko für ein Duodenalulkus. Eine Behandlung der Helicobacterinfektion heilt die Ulkuskrankheit. Anfangs der 90er Jahre wurde jedoch beschrieben, dass eine Behandlung der Helicobacterinfektion zu vermehrtem Reflux führt. Aus dieser Beobachtung ist eine grosse Kontroverse entstanden. Das Refluxrisiko nach Helicobacterbehandlung soll in dieser Arbeit unter kontrollierten Bedingungen untersucht werden.

 

Methoden

Studiendesign

Querschnittsstudie gefolgt von einer randomisierten, placebokontrollierten Behandlungsstudie.

 

Setting

Multizenterstudie in 7 Praxen in Bristol, England.

 

Einschlusskriterien

10’537 Patienten im Alter zwischen 20-59 Jahre mit oder ohne Helicobacterinfektion (Nachweis mittels Urea-Atemtest) wurden eingeschlossen.

 

Primäre Endpunkte

Prävalenz von Sodbrennen und Reflux bei Studienbeginn und 2 Jahre nach Helicobacterbehandlung.

 

Resultate

Basisdaten

Von den 10’537 Teilnehmer, die einen Urea-Atemtest erhielten, waren 1’634 (15.5%) Helicobacter-positiv. 1’558 Helicobacter-positive Patienten wurden in der Folge randomisiert zu aktiver Therapie (n = 787) oder Placebo (n = 771). Die Behandlung bestand aus Ranitidin-Wismut (2x1 pro Tag) plus Clarithromycin (2x500 mg pro Tag) oder Placebo für 14 Tage.

 

Tabelle 1: Prävalenz von Sodbrennen und Reflux zu Beginn der Studie

 

Gruppenvergleich der Endpunkte

Die aktive Behandlung von H. pylori positiven Patienten hatte keinen Einfluss auf die Prävalenz von Sodbrennen oder Reflux:

  • Prävalenz von Sodbrennen: Odds Ratio 0.99 (95% CI 0.88-1.12)
  • Prävalenz von Reflux: Odds Ratio 1.04 (95% CI 0.91-1.19)

 

Diskussion durch die Autoren

H. pylori-Infektion ist assoziiert mit einer geringgradig erhöhten Prävalenz von Sodbrennen, aber nicht von Reflux. H. pylori-Therapie beeinflusst weder Refluxsymptome (Sodbrennen) noch induziert sie Reflux.

 

Zusammenfassender Kommentar

Verschiedenste Studien haben die fehlende Assoziation zwischen H. pylori und gastroösophagealer Refluxkrankheit bereits suggeriert. Mit dieser Studie wird nun erneut versucht bei Patienten mit einem breiteren Altersspektrum zu dokumentieren, dass Helicobacter pylori nicht mit der Refluxkrankheit assoziiert ist. Tatsächlich verschlechtert die erfolgreiche H. pylori-Eradikation weder Sodbrennen noch Säureregurgitation. Allerdings sind dies zwar spezifische aber nicht sehr empfindliche Parameter einer Refluxkrankheit. Es bleibt hier also offen inwieweit die Beschwerden auch tatsächlich mit einem objektiven Parameter wie zum Beispiel einer Endoskopie oder einer 24-Stunden pH-Metrie korrelieren. Die Daten stehen aber im Einklang mit anderen kontrollierten randomisierten Studien, die auch mit objektiven Parametern keine Assoziation des H. pylori mit der Refluxkrankheit fanden. Die zunehmende Zahl von Studien mit denselben Schlussfolgerungen unterstreichen, dass die Indikation zur Therapie des H. pylori oder der gastroösophagealen Refluxkrankheit unabhängig voneinander gestellt werden soll. Eine Assoziation, die für die weitere Betreuung entscheidend wäre, scheint nicht zu bestehen.

 

 

Besprechung von PD Dr. med. Lukas Degen, Leitender Arzt, Abteilung Gastroenterologie und Hepatologie, Kantonsspital Basel.

BMJ 2004;328:1417-1419 - R. F. Harvey et al

08.12.2004 - dde

 
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