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Meilenstein in der Behandlung von Schlaganfall-Patienten

Risiko des kognitiven Verfalls unter neuem ACE-Hemmer wesentlich vermindert

 

Die antihypertensive Therapie mit dem langwirksamen ACE-Hemmer Perindopril vermindert das Risiko für Demenz bzw. schweren kognitiven Verfall um bis zu 50 Prozent bei Patienten mit Status nach wiederholtem Apoplex. Dies hat die kürzlich abgeschlossene PROGRESS-Studie ergeben, die im Juli 2002 während der Tagung der Internationalen Gesellschaft für Hypertonie (ISH) in Prag vorgestellt wurde.

 

Diese Ergebnisse ergänzen die Hauptergebnisse der PROGRESS-Studie (= Perindopril pROtection aGainst Recurrent Stroke Study): Diese hatten gesamthaft Verminderungen um ein Viertel bis zu einem Drittel des Risikos für erneute Schlaganfälle und Herzattacken ergeben. Es handelte sich um Patienten mit und ohne Hypertonie im Zustand nach Apoplex, denen eine Perindopril-basierte antihypertensive Therapie verabreicht wurde.

 

«PROGRESS stellt den bisher stärksten Beweis über die positiven Wirkungen einer blutdrucksenkenden Behandlung auf die sich vermindernde kognitive Funktion dar,» stellte Studienleiter Dr. med. Christophe Tzourio vom Hôpital de la Salpêtrière, Paris fest. «Die Daten unterstützen die Empfehlung, eine Perindopril-basierte Therapie allen Patienten mit zerebrovaskulärer Krankheit routinemässig zu geben, unabhängig von Apoplex-Typ, initialen Blutdruck-werten und medikamentöser Begleittherapie».

 

Die hohe Bürde der Demenz

Bei der Entwicklung einer Demenz und dem Verlust der normalen kognitiven Funktion, d.h. der Fähigkeit, nachzudenken und Informationen adäquat zu verarbeiten, handelt es sich in den meisten Fällen um einen progressiven und irreversiblen Prozess. In den hoch entwickelten Industrieländern ist er einer der häufigsten Gründe für Invalidität und Pflegebedürftigkeit. Die Belastung für die Gesellschaft wird mit steigendem Alter der Gesamtbevölkerung noch zunehmen. Schätzungsweise leiden weltweit 29 Millionen Menschen unter Demenz, etwa 2.6 Millionen neue Fälle kommen jedes Jahr hinzu; die Sterblichkeit bleibt sehr hoch.

 

Hypertonie ist ein Hauptrisikofaktor für Schlaganfall, welcher seinerseits ein wichtiger Risikofaktor für die vaskulär bedingte Demenz darstellt. Bisher existierten aber noch keine schlüssigen Daten, dass eine Reduktion des Blutdruckes bei Patienten mit zerebrovaskulärer Krankheit das Risiko für Demenz verringert. Daher wurde Demenz als ein Endpunkt in die PROGRESS-Studie aufgenommen mit der Fragestellung, ob eine sichere und wirksame Behandlung bei Schlaganfallpatienten zur Prävention der Demenz beitragen kann.

 

Die Studie PROGRESS

Die PROGRESS-Studie schloss 6’105 Personen mit vorangegangenem Schlaganfall oder TIA aus weltweit 10 Ländern ein. In der randomisierten, placebokontrollierten Studie erhielten die Patienten der Therapiegruppe 4 mg Perindopril sowie das Diuretikum Indapamid (2.5 mg), sofern das Medikament nicht speziell indiziert oder kontraindiziert war.

 

In der folgenden 4-jährigen Therapie- und Beobachtungsphase wurden die Entwicklung einer Demenz (diagnostiziert nach den DSM-IV-Kriterien) beziehungsweise eines schweren kognitiven Verfalls (Fall von 3 Punkten oder mehr auf der Mini Mental State Examination Skala) untersucht. Es ergab sich, dass die Perindopril-basierte Behandlung das Risiko der Demenz nach wiederholtem Schlaganfall um ein Drittel (34%) reduzierte, das Gesamtrisiko eines schweren kognitiven Verfalls um ein Fünftel (19%) und das entsprechende Risiko nach einem erneuten Apoplex um fast die Hälfte (45%).

 

Perindopril

Perindopril (in der 4 mg-Dosierung) wurde in der Studie als Referenzsubstanz gewählt, wegen seiner hohen antihypertensiven Wirksamkeit, seiner 24-Stunden-Langzeit-Blutdruckkontrolle, seiner guten Verträglichkeit und seinen vaskulären Eigenschaften. Die Substanz hat ein ausgezeichnetes Sicherheitsprofil und führt nicht, wie andere ACE-Hemmer, zu zeitweiliger Hypotension bei Patienten mit einem hohen Risiko für Herzinsuffizienz. Ausserdem wirkt Perindopril durch die Blutdrucksenkung nicht negativ auf den zerebralen oder renalen Blutfluss, selbst nicht bei Patienten, welche einen Apoplex erlitten haben.

 

 

Redaktion Mediscope

 

Quelle: www.prweb.com/releases/2002/7/prweb41553.php

 



 
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