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Editorial

Das Erkennen neurologischer Krankheiten ist für den Neurologen die Grundlage einer richtigen Therapie. Lange galt die Neurologie als Fach der «verspielten intellektuellen Diagnostik», welches aber therapeutisch wenig zu bieten hatte. In den letzten Jahrzehnten gab es jedoch wohl kaum ein Fach, in dem sowohl in der Diagnostik als auch bei den Behandlungsoptionen solche grosse Fortschritte gemacht wurden. Einen Einblick in diese neuen therapeutischen Strömungen findet sich in dieser Ausgabe von Medizin Spektrum, welches verschiedene Artikel zu den wichtigsten neurologischen Erkrankungen kommentiert.

 

Als erstes Krankheitsbild wird die Multiple Sklerose (MS) anhand von zwei Artikeln von H. Panitch und C. Pozzilli besprochen. Die Multiple Sklerose stellt mit einer Prävalenz von mindestens 110/100'000 eine häufige Erkrankung dar, von der Frauen häufiger betroffen sind. Während es sowohl langsam verlaufende MS-Formen als auch schnell progrediente Formen gibt, rechnet man mit einer durchschnittlichen Überlebensdauer von 25-30 Jahren. Dies erklärt natürlich, weshalb neue Medikamente gegen MS, auch wenn sie anfänglich sehr teuer scheinen, insgesamt wegen Verbesserung der Lebensqualität und länger erhaltener Arbeitsfähigkeit sich gesamthaft immer noch lohnen.

 

In den folgenden beiden Abschnitten finden sich vier Artikel zu Migräne und Spannungskopfschmerz. Diese beiden Krankheitsbilder stellen beim praktizierenden Hausarzt wohl eine der häufigsten Diagnosen dar. Bei der Migräne handelt es sich um eine Erkrankung mit periodisch auftretenden Attacken von Kopfschmerzen mit autonomen Begleitsymptomen. Die Prävalenz der Migräne ist ca. 16%, wobei Frauen 3 x häufiger betroffen sind. Der Spannungskopfschmerz unterteilt die International Headache Society in einen episodischen und chronischen Typ. Tritt der Kopfschmerz häufiger als 15 mal pro Monat oder an mehr als 180 Tagen im Jahr auf und ist ein Schmerzmittelabusus ausgeschlossen, wird von einem chronischen Spannungskopfschmerz gesprochen. Die Prävalenz des episodischen Spannungskopfschmerzes ist ca. 40-60%, währenddessen der chronische Spannungskopfschmerz mit 3% wesentlich seltener ist. Auch hier sind Frauen leicht häufiger betroffen als Männer. Da beide Kopfschmerzarten somit sehr häufig sind und viele der Leser ebenfalls darunter leiden dürften, ist es nachzuvollziehen, dass der Wunsch nach der neuen «Wunderdroge» sehr gross ist. Die bei der Migräne eingesetzten Triptane wurden als solche Wunderdrogen betrachtet, die in der Kopfschmerztherapie ein neues Spektrum eröffneten. Trotz der Triptane hat wohl jeder in der Kopfschmerztherapie tätige Arzt weiterhin Patienten mit therapieresistenten Kopfschmerzen. Für diese Patienten laufen mehrere klinische Studien über die hier berichtet wird. Dass die neuen Medikamente nicht billig sind, liegt an deren hohen Entwicklungskosten und am Konkurrenzkampf der einzelnen Firmen. Trotzdem ist jeder Kopfschmerzpatient für diese Medikamente dankbar.

 

In drei weiteren Artikeln werden Krankheitsbilder des meist höheren Alters besprochen. Sowohl der Morbus Parkinson, Morbus Alzheimer und vaskuläre Demenzen finden sich zunehmend häufiger in der alltäglichen Arztpraxis, da der Durchschnittspatient immer älter wird. Während beim Morbus Parkinson eine medikamentöse Behandlung mit L-Dopa schon länger bekannt ist, musste beim Morbus Alzheimer und bei vaskulären Demenzen der Arzt häufig die Waffen strecken und konnte nur noch den Verlauf abwarten. In den drei besprochenen Artikeln werden neue Therapieregimen diskutiert, die für die jeweilige Erkrankung ein möglicher Schritt Richtung Behandlungsoptimierung sein kann.

 

Der letzte Teil behandelt mit zwei Artikeln die Behandlung der Epilepsie, welche mit einer Prävalenz von etwa 1% zu den häufigeren neurologischen Erkrankungen gehört. Beide Artikel befassen sich mit dem, in der neueren Behandlungsstrategie der Epilepsien, wichtigen Thema der Monotherapie.

 

All den in dieser Zeitschrift besprochenen Artikeln eigen ist der Wunsch eine optimale Therapie für verschiedene neurologische Krankheiten zu finden. Dass diese Forschung nicht billig sein kann, versteht sich und es bedarf deshalb der finanziellen Unterstützung durch verschiedene Institutionen. Zudem sollte bei der Berechnung der finanziellen Kosten eines neuen Medikamentes immer auch berücksichtigt werden, welche Sekundärkosten dafür eingespart werden können. So ist möglicherweise nicht nur die Überlebenszeit verlängert, sondern der Patient ist länger arbeitsfähig und zeigt eine höhere Lebensqualität.

 

Dr. med. A. M. Siegel, Neurologische Klinik, Universitätsspital Zürich, Vorsitzender Schweiz. Stiftung für Epilepsieforschung



 
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