Kanton Bern erhält Kredit für Krebsregister
Bern gehörte zu den wenigen Kantonen, die noch kein Register mit Daten zu Tumorerkrankungen und tumorbedingten Todesfällen führen. Bis heute. Jetzt hat der Grosse Rat einen Kredit für den Aufbau und die Durchführung von 6.7 Mio. Franken für die nächsten 6 Jahre zugesprochen bekommen.
Zurzeit sammeln 14 kantonale Krebsregister Daten aus 22 Kantonen und Halbkantonen. Damit besteht eine Deckung diesbezüglich von 81% der gesamten Schweizer Wohnbevölkerung.
Der bernische Grosse Rat verlangte bereits im November 2011 ein Krebsregister als Grundlage für die Einführung des kantonalen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms. Ein Ratsmitglied monierte, dass das Fehlen eines Krebsregisters in einem Kanton mit einem Atomkraftwerk, ein „Schönheitsfehler“ sei. Bislang war Bern der einzige Kanton mit einem AKW, aber ohne Krebsregister.
Der Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Krebsfällen in der Umgebung eines AKWs ist nach wie vor wissenschaftlich umstritten. Aber nicht dieser Umstand stand bei den Votanten für ein Krebsregister im Vordergrund. Ein Krebsregister würde vielmehr als Erfolgskontrolle der Krebsbehandlungen angesehen, um Erkenntnisse über sinnvolle Präventionsmethoden zu sammeln – und dies nicht nur bei Brustkrebs.
Nach Plan sollte das Krebsregister ab September 2012 eingeführt sein; das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm würde dann im Jahr 2013 folgen.
In vielen Kantonen existiert bereits ein solches Früherkennungsprogramm; dort werden die Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre zu einer Früherkennungs-Mammographie eingeladen. Die Mammographie im Rahmen des Früherkennungsprogrammes wird von der Krankenkasse übernommen
Mediscope
12.01.2012 - dzu