Häufigste Auslöser
Nahrungsmittel-Allergie
Am wichtigsten ist die Identifikation von Auslösern einer Anapyhlaxie. In der Mehrzahl der Studien zum Thema Anaphylaxie standen Nahrungsmittel an der Spitze der Auslöser, gefolgt von Medikamenten und Insektenstichen. Aufgrund geographischer Gegebenheiten und der damit verbundenen Unterschiede in den Ernährungsgewohnheiten sind die hauptverantwortlichen Nahrungsmittel, die zu einer anaphylaktischen Reaktion führen, regional sehr verschieden. In den USA waren in über 90% der tödlich verlaufenden Fälle einer Nahrungsmittel-Allergie Erdnüsse und Nüsse wie Paranuss, Pekannuss, Walnuss oder Pistazien für die tödliche Reaktion verantwortlich [1]. Auch in einer britischen Studie standen die Erdnüsse mit 41% als Auslöser einer nahrungsmittelinduzierten Anaphylaxie an erster Stelle [2]. In französischen Untersuchungen waren Hühnerei, Krustentiere und Fisch hauptverantwortliche Nahrungsmittel für Anaphylaxien und in Australien Fisch, Krusten- und Schalentiere. Wie in folgender Abbildung gezeigt, sieht die Situation in der Schweiz ganz anders aus. Hier werden die meisten nahrungsmittelinduzierten anaphylaktischen Reaktionen durch Sellerie ausgelöst [3,4]:
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Auslöser einer anaphylaktischen Reaktion in der Schweiz bei 22 Patienten [3] | |
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Theoretisch kann praktisch jedes Nahrungsmittel allergen wirken. Beschrieben sind Allergien auf:
- Nüsse und Kerne: Erdnüsse, Muskatnuss, Mandel, Wahlnuss, Haselnuss und Samen, Sonnenblumenkerne
- Obst: Apfel, Birne, Aprikose, Pfirsich, Brombeere, Erdbeere, Himbeere, Litschi, Kirsche, Kiwi, Zwetschge, Pflaumen, Quitte, Melonen, Ananas
- Gemüse: Sellerie, Artischocke, Fenchel, Karotte, Kartoffel (schale), Gurke, Tomate, Paprika, Knoblauch , Oliven
- Gewürze: Anis, Koriander, Curry, Estragon, Zimt, Ingwer, Kümmel, Muskatnuss, Paprika, Petersilie, Pfeffer (grün und schwarz), Knoblauch, Wermut, Chili
- Milch und Milchprodukte: Kuhmilch, Ziegenmilch, Stutenmilch
- Fisch und Meeresfrüchte: Thunfisch, Tintenfisch, Krebs, Krabbe, Hummer, Shrimps, Muscheln
- Vogelfleisch: Truthahn, Taube, Gans, Ente
- Soja, Sojabohnen
- Getreide: Dinkel, Gerste, Hafer, Hirse, Mais, Reis, Weizen
- Hühner-Ei
Nahrungsmittel-Intoleranz
Laktoseintoleranz und Fruktoseintoleranz
Ein Laktasemangel kann selten angeboren sein. Am häufigsten ist der physiologisch durch die Abnahme der Enzymaktivität bedingt. Ursachen einer sekundären Laktaseintoleranz können sein:
- Chronischer Alkoholabusus
- Gastroenteritis
- Chronische Darmerkrankungen, IBD
- Zöliakie/Sprue
- Intestinales Lymphom
- Gastrektomie
- Kurzdarmsyndrom
- Strahlenenteritis
- Mangelernährung
Ausgelöst werden die Symptome schliesslich durch Milchprodukte. Dabei muss bedacht werden, dass viele Fertigprodukte ebenfalls Laktose enthalten, ohne dass man es vermuten würde.
Bei der Fruktoseintoleranz tritt die Symptomatik selbstredend nach Fruktosekonsum auf. Fruktose ist entgegen der Vermutung von vielen Laien nicht nur in Früchten vorhanden, sondern in sehr vielen Lebensmitteln wie Gemüse, Getreide, Cornflakes, Gewürzen und Aromen.
Additiva-Intoleranz
Bei den Pseudoallergien kommt es zu einer unspezifischen Aktivierung und Degranulierung von Mastzellen. Typische Auslöser sind:
- Konservierungsstoffe (z. B. Benzoesäure)
- Farbstoffe
- Emulgatoren
- Lektine (z.B. in Erdbeeren)
- Salicylate (z.B. in Äpfeln oder Schmerzmitteln)
- Säuerungsmittel (z. B. Zitronensäure, Essigsäure)
- Medikamentenzusätze
- Sulfite
Intoleranz auf biogene Amine
Biogene Amine können pharmakologisch aktiv werden, wenn sie in grossen Mengen verzehrt werden. Häufige Auslöser sind:
- Tyraminhaltige Speisen: Käse, Schokolade, Rotwein, Wurst, Hering, Sardellen, Leber, Sauerkraut, Himbeeren, Avocado, Bohnen
- Serotoninhaltige Speisen: Bananen, Ananas, Walnüssen, Tomaten, Pflaumen, Avocado
- Unspezifische Histaminliberatoren: Erdbeeren, Tomaten, Zitrusfrüchte, Eier, Krustentiere, Weisswein
Referenzen 1. Bock SA et al. Fatalities due to anaphylactic reactions to foods. J Allergy Clin Immunol 2001;107:191-193 2. Pumphrey RS, Stanworth SJ. The clinical spectrum of anaphylaxis in north-west England. Clin Exp Allergy 1996;26:1364-1370 3. Rohrer CL et al. Anaphylaxie: Klinik, Aethiologie und Verlauf bei 118 Patienten. Schweiz Med Wochenschr 1998;128:53-63. 4. Wüthrich B, Ballmer-Weber BK. Food-induced anaphylaxis. Allergy 2001;56 Suppl 67:102-104
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| Mediscope |
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| 12.04.2010 - dde |
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